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2009 veröffentlichte der ungarische Autor Viktor Horváth den Roman „Török tükör“ (dt. Der türkische Spiegel). In ihm schildert Horváth das alltägliche Leben der Ungarn im 16. Jahrhundert, als sie unter der Herrschaft des Sultan Süleymans standen. Der Erzähler der Geschichte, ein alter Muslime, richtet sich direkt mit den Worten „mein Erbe des wahren Glaubens“ an die Leser, fest der Annahme, dass seine Worte noch in Zeiten gelesen werden, in der die Ungarn völlig von ihren Eroberern vereinnahmt sind – eine geniale Umkehrung, die das Buch bestimmt und ihm seine ganz besondere Stimmung verleiht.
Im September erscheint das Reise- und Lesebuch PÉCS im ARCO Verlag (Wien/Wuppertal), herausgegeben von Éva Zádor und Wilhelm Droste (DREI RABEN-HÁROM HOLLÓ, Budapest). Das Buch versucht, sich auf allerlei Abwegen und Umwegen der ungarischen Stadt des Südens zu nähern. Literarische und essayistische Texte erzeugen Vorstellungsorte, in denen sich herumflanieren lässt, auch wenn man die wirkliche Stadt nie betritt. Dass diese gegenwärtig mit Istanbul und Essen eine der europäischen Kulturhauptstädte ist, mag das deutsche Interesse auf das Buch lenken, es wird seine Aktualität nach 2010 aber nicht verlieren. Autoren u.a.: Viktor Horváth, Endre Kukorelly, Viktor Iro, Ingo Schulze, Péter Esterházy, György Konrád.Der Herausgeber Wilhelm Droste wird aus dem Band Texte von Viktor Horváth lesen, diese Sonderausgebe seiner deutschen Zeitschrift für ungarische Kultur präsentieren.Hrsg. von Wilhelm Droste und Éva ZádorISBN 978-3-938375-30-3